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Leidenschaft für altes Holz

Denkmalpflegepreis 2020

Für die sorgfältige Restaurierung des imposanten «Stuckihaus» in Reichenbach im Kandertal erhält sein Eigentümer den Denkmalpflegepreis 2020 des Kantons Bern.

  • Die «Rütimatt» in Gerzensee ist halb Villa, halb Bauernhaus: Die luxuriöse Anlage wurde 1903 bis 1905 für den Bauherrn Christian Albert Dürig errichtet. (Foto: Markus Beyeler).
  • «Rütimatt» in Gerzensee: Auch das Treppenhaus ist mit Stuck dekoriert. Dank der neuen gläsernen Abtrennung ist der Vorraum der Obergeschosswohnung nun richtig heizbar (Foto: Markus Beyeler).
  • Die Fabrik Langel in Courtelary von 1917 ist ein wichtiger Zeuge der Industriearchitektur aus dem frühen 20. Jahrhundert (Foto: Markus Beyeler).
  • Die Fabrik war auf die Produktion von Stanz-Maschinenbauteilen spezialisiert. Blick in den Produktionsraum im ersten Stock (Foto: Markus Beyeler).
  • Handwerk in der Denkmalpflege: Oberflächensanierung an einem Masswerk des Berner Münsters (Foto: Berner Münster-Stiftung).
  • Handwerk in der Denkmalpflege: Kenntnisse über historische Bautechniken, Materialien und Werkzeuge sind wichtig (Foto: Thomas Trachsel, Trachsel Holzbau).
  • Ligerz: Charakteristische Rebhäuser an der Dorfgasse. Viele der ebenerdigen Kellergeschosse dienten der Weinproduktion; über die Quergiebel wurden Waren ins Dachgeschoss hochgezogen (Foto: Denkmalpflege des Kantons Bern, Beat Schertenleib).
  • Ligerz: Freigelegte und restaurierte Decke aus der Zeit vor 1580 im Haus Clerc an der Dorfgasse (Foto: Alexander Gempeler).
  • Der Gartensaal von 1668 im Schloss Oberdiessbach wurde im 18. Jahrhundert den Bedürfnissen angepasst und mit Tapisserien aus der Manufacture Royale d’Aubusson ausgestattet (Foto: Markus Beyeler).

Weitere Informationen

Es findet keine Ausstellung statt.

Medienberichte

Die Nachricht, dass seine Gotte, die Künstlerin Jakobea Stucki, ihm das weitherum bekannte «Stuckihaus» vermacht hatte, war für Jonathan Jaggi vor zwanzig Jahren ein kleiner Schock. Auf einmal trug er die Verantwortung für ein bedeutendes Baudenkmal. Doch die qualitätsvolle historische Konstruktion begeisterte den Zimmermann. Er war sich aber im Klaren, was es brauchen würde, um das imposante Haus zeitgemäss bewohnen zu können. Trotzdem setzte er sich zum Ziel, es nicht zu einem Museum, sondern wieder zu einem Wohnhaus zu machen, so wie die Erblasserin es sich gewünscht hatte.

Einsatz und Durchhaltewillen

Der Denkmalpflegepreis 2020 zeichnet die sehr sorgfältige und durchdachte Art und Weise aus, mit der Jonathan Jaggi die Restaurierung des ehemaligen Bauernhauses anging und dabei in beeindruckender Weise enormen persönlichen Einsatz und Durchhaltewillen an den Tag legte. In jahrelanger Arbeit und mit innovativen Ideen schuf Jonathan Jaggi eine zeitgemässe Wohnung für sich und seine Familie. Er verzichtete auf den Ausbau des Ökonomieteils und somit auch auf die Einrichtung einer zweiten Wohnung. Mit der Restaurierung der Fassade als letzten Schritt hat der historische Holzbau seine Strahlkraft endgültig zurückgewonnen.

Das imponierende, über 200-jährige «Stuckihaus» in Reichenbach im Kandertal gilt als einer der «Höhepunkte der Frutigtaler Bauernhausarchitektur». Die Fassade ist geprägt von den farbigen Malereien und Inschriften und vom Spiel mit verschie-denen Symmetrien (Foto: Dominique Plüss).

Spezialpreis für das «Strandbad von Adelboden»

Der Spezialpreis der Fachkommission für Denkmalpflege würdigt das unermüdliche Engagement der Interessengruppe «Schwimmbad Gruebi» für die fachgerechte Sanierung des Schwimmbads in Adelboden. Das Bad entstand 1928 nach dem Entwurf von Beda Hefti im Stil des Neuen Bauens und antwortete auf die neuen Bedürfnisse der Menschen nach Bewegung, Sonne und Luft: Die Feriengäste sollten sich wie am Meeresstrand fühlen, umgeben von einer wunderbaren Bergkulisse.

Vor zehn Jahren stand das Bad kurz vor der Schliessung – umso erfreulicher war seine Wiedereröffnung im Sommer 2019. Instandgesetzt, umgebaut und wiederbelebt ist das «Strandbad von Adelboden» eines der schönsten alpinen Freibäder der Schweiz. Es ist gelungen, mit der Sanierung den Geist der 1930er Jahre, die klare architektonische Haltung und die Stimmung des modernen Freibads zu reaktivieren. Dank dem Einsatz der Mitglieder der Interessengemeinschaft «Schwimmbad Gruebi» wird der einmalige Gesamtentwurf von Beda Hefti auch weitere Generationen erfreuen.

Das «Gruebibad», Adelboden: Blick von der Restaurantterrasse auf den kühnen Gesamt-entwurf von Beda Hefti vor der imposanten Bergkulisse. Die eleganten Stahlrohrliegen wur-den sorgfältig nach historischen Fotoaufnahmen rekonstruiert (Foto: David Bühler).