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Neuer Abschnitt im Lebenszyklus eines Wohn- und Gewerbehauses

Denkmalpflegepreis 2021

Für den Umbau des Wohn- und Gewerbehauses in Koppigen erhalten Fabienne und Matthias Birrer den Denkmalpflegepreis 2021 das Kantons Bern. Sie haben den Charakter des Hauses bewahrt und bereits für die nächste Nutzungsphase vorausgedacht. Die Erhaltung des Hauses ist auch für das Ortsbild ein grosser Gewinn.

Für den Umbau des Wohn- und Gewerbehauses in Koppigen erhalten Fabienne und Matthias Birrer den Denkmalpflegepreis des Kantons Bern. (Foto: Alexander Gempeler).

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Es findet keine Ausstellung statt.

Medienberichte

Während mehrerer Jahre hatte das grosse Wohn- und Gewerbehaus von 1877 leer gestanden, sogar sein Abbruch stand zur Diskussion. Für ein Projekt, das den tiefgreifenden Umbau des Hauses und die Erstellung von Einfamilienhäusern in der Hofstatt vorsah, fanden die Vorbesitzer jedoch keine Interessenten. Auf der Suche nach einem neuen Zuhause für ihre Familie stiessen Fabienne und Matthias Birrer per Zufall darauf. Das Haus gefiel ihnen. Sie sahen das Potenzial, welches in dem grosszügigen Gebäude steckte und fassten den Mut, sich auf seine Weiterentwicklung einzulassen.

Zukunftsweisende Neuinterpretation

Gemeinsam mit einem erfahrenen Architekten gingen sie die Planung des Vorhabens an. Der Architekt vertiefte sich in einem ersten Schritt in die Baugeschichte des Hauses und erstellte eine präzise Massaufnahme. In diesen Plan wurden die Bedürfnisse der Bauherrschaft eingefügt und so das Bestehende neu bespielt. Dabei nahm man die Vielteiligkeit des Gebäudes als Chance wahr. Die Bauherrschaft wünschte sich eine möglichst flexible Nutzung, passte sich jedoch dem Haus an, damit es seinen Charme behalten konnte. Auch für die nächste Bauetappe hat man bereits weitergedacht: Das Gebäude kann in ein Cluster-Wohnhaus mit bis zu fünf unabhängigen Wohneinheiten umgebaut werden. Wohnzimmer, Küche, Wirtschaftsräume und Garten sind für die gemeinsame Nutzung vorgesehen. Die Zugänge und Anschlüsse sind erstellt, auch für das noch nicht ausgebaute Dachgeschoss.

Sorgfältige Restaurierung

Die teilweise erhaltene historische Ausstattung wurde mit viel Liebe zum Detail restauriert und ergänzt. Die Täfer und Holzböden der früheren Stuben wurden ausgebaut, repariert und angepasst. Die beiden Kachelöfen wurden restauriert; die alten kleinen Küchenherde dienen nun zum Einfeuern. Der grösste Eingriff ist jedoch die Innendämmung. Um den Raumeindruck nicht durch übertiefe Fensterleibungen zu verfälschen, wurde ein möglichst schlanker Wandaufbau gewählt. Für dessen bauphysikalische Berechnung zog die Denkmalpflege einen zusätzlichen Spezialisten bei.

Das grosse Wohn- und Gewerbehaus stammt von 1877. Im ehemaligen Wirtschaftsteil waren früher die Sattlerei und zeitweise auch die Poststelle untergebracht. Für das ländliche Ortsbild ist auch der grosse Garten sehr bedeutend (Foto: Alexander Gempeler).